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Leitfaden zur Datensicherheit

ChatGPT und Claude im Unternehmenseinsatz: Leitfaden zur Datensicherheit

Wenn Mitarbeitende Tools wie ChatGPT oder Claude im Arbeitsalltag nutzen, steigert das die Produktivität — doch ohne Prüfungle darüber, welche Daten in diese Tools eingegeben und wie sie verarbeitet werden, besteht ein reales Risiko für den Abfluss von Unternehmensdaten. Dieser Leitfaden bietet einen praktischen Rahmen, von Unterschieden bei Enterprise-Plänen bis zu einer sicheren Nutzungsrichtlinie.

KEIN TRAINING STANDARDMÄSSIGEnterprise-Pläne schließen Ihre Daten standardmäßig vom Modelltraining aus
DPAEnterprise-Verträge enthalten eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung (DPA)
SSOEnterprise-Pläne bieten Single Sign-on und zentrale Verwaltung
RICHTLINIEOhne schriftliche Nutzungsrichtlinie steigt das Risiko deutlich
01
PLANUNTERSCHIEDE

Wesentliche Unterschiede zwischen einem persönlichen Konto und einem Enterprise-Plan

Kostenlose oder individuelle Pläne von ChatGPT und Claude unterliegen anderen Regeln zur Datenverarbeitung als Enterprise-Pläne (Team/Enterprise/Business).

Nutzung für das Modelltraining

Bei individuellen Plänen kann der Chatverlauf standardmäßig für das Modelltraining verwendet werden, während Enterprise-Pläne Ihre Daten standardmäßig ausschließen.

Auftragsverarbeitungsvereinbarung (DPA)

Enterprise-Verträge enthalten eine formelle Vereinbarung, die festlegt, welche Daten wie lange gespeichert und wie verarbeitet werden.

Zentrale Verwaltung und SSO

Enterprise-Pläne ermöglichen die zentrale Verwaltung von Mitarbeiterkonten und die Anmeldung über Ihren Unternehmens-Identity-Provider.

Audit-Protokolle

Die Nachverfolgbarkeit, welcher Nutzer wann welche Aktion durchgeführt hat, ist für die Untersuchung von Sicherheitsvorfällen erforderlich.

02
WARUM EINE RICHTLINIE NÖTIG IST

Warum ist eine schriftliche Nutzungsrichtlinie notwendig?

Selbst wenn das Tool selbst sicher ist, bleibt bei unklaren Vorgaben, welche Daten Mitarbeitende eingeben dürfen, das Risiko eines menschlich verursachten Datenlecks bestehen.

Hoch

Kundendaten können versehentlich geteilt werden

Ein Mitarbeiter könnte Kundendaten oder den Text eines Vertrags direkt in ein persönliches Konto einfügen, um schnell eine Antwort zu erhalten.

Hoch

Risiko für Quellcode oder Geschäftsgeheimnisse

Zur Fehlersuche geteilte Codeausschnitte können in einem Konto ohne Datenschutzrichtlinie für Unternehmen gespeichert werden.

Mittel

Verarbeitung personenbezogener Daten nach DSGVO

Die Verarbeitung von Texten mit personenbezogenen Daten erfordert die Dokumentation von Rechtsgrundlage und Aufbewahrungsfrist.

Mittel

Uneinheitliche Nutzung in verschiedenen Teams schafft Risiken

Ohne zentrale Richtlinie legt jedes Team eigene Regeln fest, was die Prüfbarkeit erschwert.

03
UMSETZUNG

Schritte zur sicheren KI-Nutzung im Unternehmen

Ziel ist nicht, KI-Nutzung zu verbieten, sondern klar zu definieren, welche Daten wie verwendet werden dürfen.

01

Daten klassifizieren

Klassifizieren Sie im Voraus, welche Datentypen (personenbezogene Daten, Kundendaten, Geschäftsgeheimnisse) in KI-Tools eingegeben werden dürfen.

02

Zu einem Enterprise-Plan wechseln

Nutzen Sie statt individueller Konten einen Enterprise-/Business-Plan mit Opt-out vom Modelltraining und einer DPA.

03

SSO und zentrale Verwaltung aktivieren

Integrieren Sie den Mitarbeiterzugriff mit Ihrem Unternehmens-Identity-Provider für zentrale Kontokontrolle.

04

Schriftliche Nutzungsrichtlinie erstellen

Dokumentieren Sie klar, welche Datentypen nicht eingegeben werden dürfen und welche Anwendungsfälle genehmigt sind.

05

Mitarbeitende schulen

Das bloße Veröffentlichen der Richtlinie reicht nicht; geben Sie den Mitarbeitenden eine kurze Schulung mit konkreten Beispielen.

06

Audit-Protokolle regelmäßig prüfen

Überprüfen Sie die Nutzungsprotokolle Ihres Enterprise-Plans regelmäßig, um Richtlinienverstöße frühzeitig zu erkennen.

04
CHECKLISTE

Was Sie bei der Einführung prüfen sollten

Checkliste zur Datenklassifizierung
Getrennte Kennzeichnung von personenbezogenen Daten, Finanzdaten, Quellcode und Geschäftsgeheimnissen.
Prüfpunkte für die DPA
Prüfung, ob Aufbewahrungsfrist, Liste der Unterauftragsverarbeiter und Prozess für Löschanfragen im Vertrag geregelt sind.
Gliederung der Richtlinienvorlage
Geltungsbereich, verbotene Datentypen, genehmigte Anwendungsfälle und Meldeprozess bei Verstößen.
Prüfung der SSO-Integration
Verifizierung des Anmeldetests mit Ihrem Unternehmens-Identity-Provider (SAML/OIDC).
Häufigkeit der Audit-Protokollprüfung
Monatliche Überprüfung der Nutzungsprotokolle durch das Sicherheitsteam.
Schritt im Incident-Response
Der Melde- und Reaktionsprozess bei Erkennen einer versehentlichen Weitergabe sensibler Daten.
05
FAQ

Häufig gestellte Fragen zur Nutzung von ChatGPT und Claude im Unternehmen

Werden in einem kostenlosen ChatGPT-Konto eingegebene Daten für das Training verwendet?

Bei individuellen/kostenlosen Plänen kann dies standardmäßig aktiviert und in den Kontoeinstellungen geändert werden; bei Enterprise-Plänen ist dies standardmäßig deaktiviert und vertraglich abgesichert. Prüfen Sie die aktuellen Einstellungen stets anhand der offiziellen Dokumentation des Anbieters.

Dürfen personenbezogene Daten nach DSGVO in diese Tools eingegeben werden?

Das ist möglich, erfordert aber eine klare Rechtsgrundlage, eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung (DPA) und eine klare Aufbewahrungsfrist; im Zweifelsfall ist der Verzicht auf die Eingabe personenbezogener Daten der sicherste Ansatz.

Unterscheidet sich der Enterprise-Plan wirklich so stark vom individuellen Plan?

Ja; Funktionen wie der Ausschluss vom Modelltraining, eine DPA, SSO, zentrale Verwaltung und Audit-Protokolle sind in der Regel nur in Enterprise-/Business-Plänen verfügbar.

Sollten wir Mitarbeitenden die Nutzung von KI-Tools generell verbieten?

Das wird in der Regel nicht empfohlen; statt eines Verbots verringern eine klare Richtlinie und ein genehmigtes Unternehmenstool das Risiko von Schatten-IT.

Ist es sicher, Quellcode in diese Tools einzufügen?

Ohne Enterprise-Plan und eine passende DPA nicht empfohlen; insbesondere bei proprietären Codebasen sollte die eigene Unternehmensrichtlinie entscheidend sein.

Wie oft sollten Audit-Protokolle geprüft werden?

Das hängt vom Risikoprofil des Unternehmens ab; für die meisten Organisationen ist eine monatliche Prüfung angemessen, in risikoreicheren Branchen empfiehlt sich eine häufigere Prüfung.

07
VERWANDTE LEITFÄDEN

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